Seminar

Dieses Jahr findet am Sonntagvormittag ein disziplinübergreifendes Seminar mit Cornelius Berthold (Hammaborg, Dimicator) statt.

Zur rechten Zeit am rechten Ort: Wie man seine eigenen Fechtaktionen sinnvoll aufbaut, auf Tempi achtet und was true times überhaupt sind.

Die eigene Sicherheit sollte im Gefecht nicht nur durch Mensurgestaltung und mechanische Faktoren wie die Positionierung von Waffen und Gliedmaßen gewährleistet werden. Auch der Rhythmus spielt eine große Rolle, was sich in den Fechtbüchern nicht zuletzt in der Betonung von Zeitbegriffen wie „indes“ und dem „tempo“ der italienischen Quellen niedergeschlagen hat. Im modernen Sportfechten kann aufgrund des Rhythmus teils völlig auf mechanische Deckung verzichtet werden. Der Theorie zugrunde liegt die Erkenntnis, dass sich Körperbewegungen oft ab einem bestimmten Punkt nicht mehr abstoppen lassen und ein Fechter indessen für Konteraktionen seines Gegners anfällig ist.

In diesem kleinen Seminar wollen wir dieses Phänomen beleuchten und anhand waffenübergreifender Übungen lernen, wie wir nicht nur Tempofehler unseres Gegners ausnutzen können, denn das ist vergleichsweise einfach und wird in den Turnieren unserer Szene schon praktiziert (und sei es unbewusst). Schwieriger ist es, nicht in die gleiche Falle zu tappen und sich zu früh auf Fechtaktionen festzulegen, aus denen heraus nicht mehr auf die Handlungen des Gegners reagiert werden kann. Sich zu schirmen, den Gegner zu bedrohen und die eigene Aktion erst dann zu beenden, wenn wirklich nichts mehr dazwischen kommen kann, bedeutet, sein eigenes Fechttempo richtig aufzubauen – und somit in einer true time zu fechten, wie sie womöglich George Silver im Sinn hatte.

Cornelius Berthold

Cornelius begann 2004 mit dem Sportfechten und kam wenig später über die historische Darstellung zum HF. Bei den Bloßfechtern zu Chemnitz leitete er das Training für Säbel und Schwert & Buckler. 2016 wechselte er nach Hamburg und trainiert bzw. unterrichtet seitdem bei Hammaborg und Dimicator langes Schwert sowie seine Kerndisziplin: Schwert & Buckler nach dem Royal Armouries Ms. I.33. Zu seinen Steckenpferden gehört die Suche nach der grundsätzlichen Bewegungsidee einer bestimmten Kampfdisziplin und wie ein Fechter, geleitet von geometrischen, mechanischen und zeitlichen Prinzipien, sein Gefecht gestalten sollte.

Schnitttest

Am Sonntagnachmittag wird ein Schnitttest durchgeführt. Ihr seid herzlich eingeladen, eure eigenen Waffen dazu zu benutzen. Bitte beachtet die entsprechenden Gesetze bezüglich Verwahrung, Handhabung und Transport scharfer Blankwaffen.